Menschlichkeit

by | Mrz 22, 2021 | Persönliches

Eigentlich hatte ich immer den Wunsch, mich selbstständig zu machen, doch ging es mir wie so vielen: mir fehlte schlichtweg die Idee. Der Klassiker. Zuerst quälte ich mich durch eine kaufmännische Ausbildung, durch einige Jahre Vertrieb und Kundenservice in verschiedenen Unternehmen und eine nebenberufliche Weiterbildung im Marketing. Eines Tages, ich war 25, saß am Schreibtisch meines unbefristeten Jobs in einer Maschinenbaufirma und es durchfuhr mich plötzlich der eine Gedanke: „DAS kann es nicht gewesen sein! Das kann ich nicht machen, bis ich 65 bin!“

Ich bin also ausgestiegen aus dem ewigen Hamsterrad und habe an der TH Köln angefangen, Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Ich wollte raus in die Welt, andere Jobs ausprobieren, neue Menschen, Kulturen, Länder und Sprachen kennenlernen und das Leben außerhalb der immer gleichen Bürowände entdecken. Dies habe ich auch getan. Ich habe in den verschiedensten Jobs gearbeitet: Office, Gastro, Promo – alles dabei. Die Zeit in der Uni fand ich toll, abwechslungsreich, meine Zeit konnte ich mir selber einteilen. Es war hervorragend.  Ein Auslandssemester habe ich in Argentinien verbracht und danach quer über den südamerikanischen Kontinent gereist. Ich habe Lateinamerika kennen und lieben gelernt – seine Menschen, die Herzlichkeit, Offenheit und Lebensfreude, aber auch die Armut habe ich gesehen. Und ich habe etwas erfahren, was hierzulande eher die Ausnahme ist: zu geben und zu teilen, auch wenn man wenig hat und sich nicht kennt.

Diese Erfahrungen haben mich zutiefst berührt und einen tief vergrabenen Teil in mir wieder zum Leben erweckt. Ich bin immer wieder zurückgekehrt ins verrückte, wuselige Südamerika und zu den wunderbaren Menschen, in denen ich wahre Freunde gefunden habe. Ich habe länger studiert als man sollte, aber genauso lang wie ich wollte. Seitdem gehe ich die Wege, die ich mag und habe in vielen Jahren eine Menge Erfahrungen eingesammelt, viel gelernt über mich und über Menschen, über Jobs, Länder und Sprache und über unseren Planeten. Meine Sichtweise auf Arbeit, Miteinander und Materielles haben sich grundsätzlich verändert und so bin ich mittlerweile überzeugte Minimalistin und Nachhaltigkeitsexpertin. Ich liebe Upcycling und kreativ ausgedienten Gegenständen eine neue Funktion zu geben. Ich liebe ein Heimatgefühl genauso wie Fernweh.

Und so hat sich aus meinem Bedürfnis nach Freiheit, Ferne, Suche und Neugier etwas kreiert, was sich ohne all die Erfahrungen nicht hätte entwickeln können: KIELBACH. und die schönen, mit Holz verkleideten ausrangierten Upcycling Flugzeugtrolleys, eingebettet in ein nachhaltig-soziales Gesamtkonzept. Ein gutes Leben bedeutet für mich Freiheit, Kreativität, Gemeinschaft und Miteinander, Freundschaft und Sinn. All das habe ich in KIELBACH. vereint und ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit.